Ihre Daten liegen Ihnen am Herzen, oder? Als Marketer setzen Sie auf sie, um Ihre Geschäftsergebnisse zu verbessern und Ihre Ziele zu erreichen. Wussten Sie, dass im Durchschnitt fast die Hälfte (48 %) der Daten, die Unternehmen erfassen und speichern, weder identifiziert noch klassifiziert wird und so zu Dark Data wird? Laut Gartner umfasst Dark Data alle Daten, die Unternehmen im Tagesgeschäft sammeln, aber nicht für weiterführende Analysen, Geschäftsbeziehungen oder die Monetarisierung nutzen. Der Begriff „Dark Data“ wird allerdings in zwei Bedeutungen verwendet:
- Erstens bezeichnet er Daten, die ein Unternehmen erfasst hat, die aber nicht in seinem Informationssystem auftauchen und deshalb nicht nutzbar sind. Um diese Bedeutung geht es in diesem Artikel.
- Zweitens wird der Ausdruck auch für gestohlene Daten verwendet, die im Darknet verbreitet werden.
Welche Folgen hat diese Lücke?
Es gibt zwei große Risiken. Erstens sind Daten, die nicht in Ihrem Informationssystem klassifiziert sind, unter Umständen nicht geschützt. Sie sind durch Ihre Sicherheitsprozesse gerutscht und damit anfällig für Cyberangriffe. Dark Data ist ein Risiko für Ihr Unternehmen, weil Sie die Daten Ihrer Kundinnen und Kunden so nicht schützen und die DSGVO-Konformität nicht sicherstellen können. Ein Beispiel: Möchte eine Kundin oder ein Kunde das Recht auf Vergessenwerden nach DSGVO wahrnehmen, können Sie nicht alle Daten finden, die Sie in Ihrem Informationssystem über diese Person gespeichert haben, und sie folglich auch nicht löschen. Zweitens lassen sich Daten, die nicht identifiziert oder klassifiziert sind, nicht für Ihr Geschäftswachstum nutzen. Dark Data, also eine Menge an Kundendaten, fehlt in Ihrem Informationssystem, und Sie nutzen sie, ohne es zu merken, schlicht nicht. Schade, oder? Keine Sorge, damit sind Sie nicht allein. Datenintegrität und Zentralisierung beschäftigen nicht nur Data Manager.
Gegen Dark Data: Kümmern Sie sich um Ihre Daten
Die Ursache von Dark Data ist meist ein nachlässiger Umgang mit den Daten, die auf Ihren Servern erfasst und gespeichert werden. Und anders als viele glauben: Wenn Sie einen Cloud-Dienst nutzen, ist Ihr Anbieter nicht unbedingt für den Schutz Ihrer Daten zuständig. Laut dem Bericht „Truth in Cloud“ von Veritas glauben mehr als acht von zehn Unternehmen mit Cloud-Diensten, dass der Anbieter für den Schutz ihrer Daten verantwortlich ist. Veritas rät deshalb, die eigenen Verträge zu prüfen, denn das ist oft nicht der Fall. Es gibt also nur ein Stichwort: SORGFALT. Gehen Sie mit Ihren Daten sorgfältig um, von der Erfassung bis zur Löschung. Damit Sie Risiken und Verbesserungspotenziale besser erkennen, zeichnen Sie die Data Journey in Ihrem Unternehmen auf. Dieses Schema können Sie als Vorlage verwenden:
Die Aufgabe besteht darin, diese Journey abzubilden und alle Beteiligten und Anwendungen zu identifizieren, die mit Ihren Daten arbeiten. So bestimmen Sie die Zwecke Ihrer Verarbeitung, erhalten einen 360-Grad-Blick auf die Datennutzung in Ihrem Unternehmen und beantworten folgende Fragen:
- Sind alle Einstiegspunkte der Datenerfassung bekannt?
- Sind die Speicherserver sicher? Landen Ihre Daten unter Umständen in einer Public Cloud?
- Sind Ihre Daten ausreichend geschützt?
- Werden alle relevanten Daten gespeichert? Sind gespeicherte Daten für Ihr Geschäft nutzlos? Werden unnötige Daten gelöscht?
- Sind die Teams, die mit den Daten arbeiten, zufrieden? Haben sie alle Anwendungen und Daten, die sie brauchen, um ihre Geschäftsziele zu übertreffen?
- Werden die Daten mit externen Informationssystemen oder Anwendungen geteilt? Wenn ja, in welchem Umfang und zu welchen Zwecken?
- Wie werden Ihre Daten gelöscht? Von wem? Warum? Auf welche Weise?
Diese Fragen helfen Ihnen, Dark Data zu begrenzen oder ganz zu beseitigen. Gleichzeitig verbessern Sie Ihre Datenrichtlinien, um Ihre geschäftlichen Herausforderungen bestmöglich zu meistern. Teilen Sie die Data Journey mit den wichtigsten Akteuren in Ihrem Unternehmen, damit alle Beteiligten an Bord sind. Denn Daten sind ein Schatz, der viel zum Geschäftserfolg beitragen kann. Steht die Journey, gibt es Tools, mit denen Sie Dark Data bekämpfen. Eines davon ist die DMP.
Die DMP: Ihre Verbündete gegen Dark Data
Als Marketer kennen Sie DMP-Lösungen (Data Management Platform). Dieses klar geschäftsorientierte Tool unterstützt die übergreifende Datenstrategie Ihres Unternehmens. Kurz gesagt: Mit einer DMP vereinheitlichen, zentralisieren und verarbeiten Sie die Daten Ihrer Kundinnen und Kunden sowie Interessierten aus allen Einstiegspunkten (Online- und Offline-Daten). Alle Daten werden an einem Ort erfasst und verarbeitet und anschließend an Ihre verschiedenen Anwendungen weitergeleitet. Die Vorteile liegen auf der Hand.
Was genau eine DMP ist, erklären wir Ihnen in diesem Artikel. Weil die gesamte Datenverarbeitung an einem Ort stattfindet, ist die DMP ideal, um Dark Data zu begrenzen, denn sie erleichtert auch die Datensicherheit. Alle Daten, die eine DMP durchlaufen, werden einheitlich standardisiert, sodass alle Ihre Anwendungen sie nutzen können. Wählen Sie für die Standardisierung eine Sprache, die alle Ihre Anwendungen verstehen und die Ihren Geschäftszielen dient. Die Segmentierung sollte zu Ihrer Marketing- und Digitalstrategie passen. Hinweis: Die Einführung einer DMP ist ein Projekt, an dem alle Beteiligten im Unternehmen mitwirken sollten, damit es den größten Nutzen bringt. Fazit: Je mehr Aufmerksamkeit Sie der Data Journey schenken, desto leichter begrenzen Sie Dark Data und desto kontinuierlicher verbessern Sie Ihre Vertriebsergebnisse.
Mehr über Datenverarbeitung mit einer DMP und Datenschutz erfahren Sie in unserem E-Book zum Thema.